· 

Wie lange darf Trauer andauern?

Wie lange darf Trauer andauern?

Woran merke ich, dass meine Trauer mich zu lange schon quält?

 

 

Das ist eine Frage, die Trauernde sehr oft beschäftigt. Während für die Trauernden das ganze Leben völlig anders ist, weil der geliebte Mensch nicht mehr da ist, geht für die Umgebung das normale Leben weiter. „Das Leben geht weiter.“, „Lenk Dich ab!“ „Du musst mehr rausgehen, mehr unter Leute gehen…!“ Das sind gut gemeinte Ratschläge, die Trauernde oft hören. Gut gemeint ist hier oft das Gegensteil von gut. Die Frage, dauert meine Trauer vielleicht zu lange, entsteht zum einen aus dem inneren Leidensdruck, zum anderen aus der Ungleichzeitigkeit des eigenen Erlebens und des Erlebens der Umgebung. Während Sie noch lange von Erinnerungen zehren, noch oft vom Verstorbenen erzählen wollen, will Ihre Umgebung ihr Leben normal weiterleben und sich Neuem zuwenden.

 

 

Die Frage ist, wie viel Zeit wollen Sie sich für den Trauerprozess geben? Wollen Sie, dass der Trauerschmerz ganz schnell von Ihnen genommen wird, weil er einfach unerträglich ist? Oder geben Sie sich Zeit, durch den Trauerschmerz zu gehen? Sind Sie bereit, Ihren Trauerschmerz anzunehmen, weil er ein Preis ist für die Liebe und Verbindung, die Sie zu dem oder der Verstorbenen hatten? Können Sie Ihre Trauer annehmen als einen heilsamen Prozess, durch den Sie wieder zu sich zurückfinden und lernen, Ihr Leben ohne die verstorbene Person anzunehmen?

 

 

In unserer Kultur gab es früher das Trauerjahr, das als eine natürliche Einheit im Trauerprozess galt. Das erste Jahr ohne den geliebten Menschen ist eine ganz besondere Zeit. Das erst Mal Weihnachten, Geburtstag, vielleicht Hochzeitstag und den ersten Todestag zu durchleben, ist etwas ganz Wichtiges. Viele Trauernde merken, dass Ihre Trauer in Wellen kommt, in Schüben und Phasen. Mal denken Sie, Sie seien fast darüber hinweg, mal kommt wieder so ein besonderer Gedenktag, und es geht Ihnen wieder deutlich schlechter.

 

 

Es gibt kein festes Zeitmaß, wie lange eine „gesunde“ Trauer dauert. Unterschiedliche psychiatrische Einschätzungen liefern hier ganz verschiedene Zeitvorschläge. Die Bandbreite ist groß von amerikanischen Psychiatern, die meinen, schon nach zwei Wochen etwas Krankhaftes feststellen zu können, bis zu deutschen Psychiatern, die ihnen maximal ein halbes Jahr lang Zeit geben für einen gesunden Trauerprozess. Geben Sie sich die Zeit, die Sie brauchen. Die Zeit der Trauer hängt auch ganz stark von der Intensität der Bindung und von der Länge der Beziehung mit dem verstorbenen Menschen ab. Nach 30 oder 50 Jahren Ehe kann ein Trauerjahr noch sehr wenig sein. Ebenso kann der Verlust eines Kindes ein ganzes Leben so sehr erschüttern, dass ein Jahr sehr wenig Zeit ist.

 

 

Wir wissen heute aus der Trauerforschung, dass bei langjährigen Bindungen die gesunde Trauer auch deutlich länger anhalten kann. Viele Witwer und Witwen stellen auch nach 10 oder 15 Jahren noch eine „Jahrestagsreaktion“ an sich fest. Am Todestag denken Sie wieder vermehrt an den oder die Verstorbene und sehnen sich nach ihm oder ihr. Träume von der verstorbenen Person nehmen wieder zu. Wenn es Ihnen also rund um den 1. oder 2. Todestag herum wieder in ihrer Trauer schlechter geht, ist das nichts Ungewöhnliches.

 

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich mit Ihrer Trauer Zeit lassen können… es ist eine ganz besondere Zeit auf dem Weg zu sich selbst zurück.

 

 

Herzliche Grüße,

 

Monika Müller-Herrmann

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 20
  • #1

    Susan Gröger (Mittwoch, 06 Mai 2020 15:57)

    Liebe Frau Müller-Herrmann,
    durch Zufall bin ich auf Ihre Seite gestoßen...ich habe heute eine Nachricht auf dem Handy gehabt die mich sehr traurig gemacht hat...in gewisser Weise auch verletzt hat...
    Meine Mutter ist heute vor zwei Wochen verstorben. Wir beide hatten ein ganz wunderbares und liebevolles Verhältnis. Ich leide, ich weine, ich fühle mich am Ende meiner Kräfte...weil man im Augenblick nur funktioniert.
    Und da sehe ich nun diese Zeilen auf meinem Handy.. "Fang endlich an an dir zu arbeiten und es zu akzeptieren..das Leben ist nun mal endlich"
    Ist es falsch von mir wenn ich nach zwei Wochen noch nicht anfangen möchte/will und kann "anzufangen an mir zu arbeiten"

    Liebe Grüße
    Susan Gröger

  • #2

    Monika Müller-Herrmann (Donnerstag, 07 Mai 2020 16:36)

    Liebe Susan Gröger,
    ich finde die Reaktion per Handy, die Sie erhalten haben, erstaunlich. Zwei Wochen nach dem Tod der Mutter ist noch die ganz akute Trauerzeit. Töchter, die in meiner Praxis um den Tod ihrer Mutter oder ihres Vaters trauern, brauchen oft ein Jahr Zeit oder zwei Jahre. Es ist wirklich ein Einschnitt im Leben. Dennoch kann es nach einiger Zeit sinnvoll sein, Trauerbegleitung und innere Arbeit an sich selbst zu suchen.... aber sicher nicht gleich nach zwei Wochen.
    Herzliche Grüße,
    Monika Müller-Herrmann

  • #3

    Askamaus (Montag, 23 November 2020 16:48)

    Mein Mann starb im Januar unerwartet ich konnte kein Abschied nehmen
    Ich habe noch keine Zeit gefunden zum trauern vermisse meine große Liebe sehr ich kann nicht los lassen

  • #4

    Monika Müller-Herrmann (Montag, 23 November 2020 16:59)

    Liebe Askamaus,
    danke für Deine kurze Mitteilung hier. Wenn man einen Abschied neben konnte, kann es ganz natürlich zu einer verzögerten oder verlängerten Trauerreaktion kommen. Und jetzt kurz vor Weihnachten, ist es wahrscheinlich ganz besonders schlimm, alleine zu sein. Lass Dir Zeit. Dieses "Loslassen müssen" kann einen auch quälen. Wir dürfen die verstorbenen Menschen für immer in unserem Herzen behalten, nur die Art der inneren Bindung ändert sich im Laufe der Zeit...
    Vielleicht hilft eine Trauerberatung? Oder eine Trauergruppe in der Nähe?
    Ganz herzliche Grüße,
    Monika Müller-Herrmann

  • #5

    Chrissi (Freitag, 05 Februar 2021 19:54)

    Hallo Frau Müller-Herrmann,

    ich habe im Jahr 2019 leider 4 Familienangehörige verloren. Davon einen durch Suizid.
    Im vergangenen Jahr waren es zwei Familienangehörige und zwei Freunde von mir.
    Ich hab gerade wieder Momente in denen die Trauer gerade so aus mir herausbricht, wenn ich mich an meine Großeltern erinnere.
    Ich bin selbst ein bisschen ungeduldig aber ich denke doch das es allmählich besser werden sollte??

    Liebe Grüße Chrissi

  • #6

    Monika Müller-Herrmann (Freitag, 05 Februar 2021 21:16)

    Liebe Chrissi,
    so wie Sie es schreiben, haben Sie in zwei Jahren acht Menschen durch Tod verloren, einen sogar durch Suizid. Das ist eine stark gehäufte Ansammlung von Verabschiedungen und Verlusterlebnissen. Wahrscheinlich brauchen Sie erheblich länger und eine professionelle Trauerbegleitung. Haben Sie noch gute Freunde, einen Seelsorger oder eine Trauerbegleiterin vor Ort? Sonst suchen Sie auf der Homepage des Bundesverbands für Trauerbegleitung nach einer geeigneten Hilfe.
    Ich wünsche Ihnen, dass Sie Geduld und Mitgefühl für sich selbst haben.
    Mit herzlichen Grüßen,
    Monika Müller-Herrmann

  • #7

    Bettina (Donnerstag, 08 Juli 2021 20:18)

    Trauer kommt in Wellen .So langsam begreifen ich es .
    Manchmal denke ich ,ich halte es nicht aus .Aber wenn es dann wieder bergauf geht bin ich fast euphorisch . Dann denke ich mei Mann steht Linzer mir und macht mir Mut .Das kann man nur niemanden erzählen.

  • #8

    Monika Müller-Herrmann (Freitag, 09 Juli 2021 08:20)

    Liebe Bettina,
    danke für Ihren Eintrag hier. Dass Trauernde den Verstorbenen zu sehen glauben oder kurz das Gefühl haben, er stehe hinter Ihnen, sei im Raum, gebe Halt und Kraft, ist gar nicht so selten. Vielleicht können Sie eine Trauergruppe in Ihrer Nähe finden und sich dort offen mit anderen Witwen austauschen? In unserer Trauergruppe in Frankfurt wird oft über solche Themen gesprochen.
    Mit herzlichen Grüßen,
    Monika Müller-Herrmann

  • #9

    Anna (Mittwoch, 01 September 2021 00:36)

    Ich habe vor über vier Jahren meinen Vater verloren. Er starb an einem Herzinfarkt. Leider am anderen Ende Deutschlands. Mein Sohn war gerade ein knappes halbes Jahr. Ich konnte nicht hinfahren und mich verabschieden, obwohl er noch gut eine Woche im Koma lag. Meine Mutter meinte damals, ich solle nicht kommen, ich solle ihn so in Erinnerung behalten.
    An sehr vielen Tagen geht es mir gut. Ich denke mit einem Lächeln an ihn und erzähle seinem Enkel von ihm. Aber es gibt Tage, da zerreißt es mich fast. Da kommen die Tränen, die Selbstvorwürfe wegen dem Nicht-Verabschieden und der Gewissheit, dass mein Sohn nie seinen Opa kennenlernen wird. Was für mich auch tatsächlich ein ganz großer Traueraspekt ist. Und manchmal frage ich mich, ob ich zu lange trauere oder ob ich professionelle Hilfe in Bezug auf die Trauer in Anspruch nehmen sollte.

  • #10

    Monika Müller-Herrmann (Mittwoch, 01 September 2021 15:13)

    Liebe Anna,
    ob Ihnen professionelle Hilfe gut tut, können Sie gut selbst entscheiden und ausprobieren, indem Sie einen Versuch machen. Manchmal tut es sehr gut, mit einer neutralen Person zu sprechen. Meine Kollegen und Kolleginnen vom Bundesverband Trauerbegleitung sind wie ich selbst gerne für Sie da. Trauer braucht Zeit. Trauer um die Eltern wird oft unterschätzt. Es ist sehr schade, dass Sie sich nicht verabschieden konnten. Vielleicht braucht es gar keine lange Trauertherapie, vielleicht einfach ein paar Gespräche? Erkundigen Sie sich einfach, wo in Ihrer Nähe Trauerbegleitung angeboten wird, bei einem Hospizdienst, Trauerzentrum oder einer freien Trauerberaterin.
    Mit herzlichen Grüßen,
    Monika Müller-Herrmann

  • #11

    Sybill Ehmann-Schneider (Donnerstag, 28 Oktober 2021 11:43)

    Liebe Frau Müller-Herrmann, mein Mann starb nach langer Leidenszeit vor acht Monaten im Krankenhaus. Wegen der Corona-Beschränkungen konnte ich nicht jeden Tag zu ihm. Ich sah ihn zum letzten Mal 15 Stunden vor seinem Tod. Obwohl man im Krankenhaus (Palliativ-St.) sicher besser, als ich, wusste, dass er nur noch Stunden hatte, wurde ich fortgeschickt. Ich komme nicht darüber hinweg, dass ich nicht bei ihm war, als er starb und finde es unfassbar, dass man mich nicht gerufen hat, kurz bevor er ging. Diese 15 Stunden fehlen mir so sehr. MfG SES

  • #12

    Monika Müller-Herrmann (Freitag, 29 Oktober 2021 08:08)

    Liebe Frau Schneider,
    danke, dass Sie Ihre Erfahrungen hier teilen. In den letzten 1,5 Jahren hat es leider in Krankenhäusern und Altenheimen viele solche Situationen gegeben. Es gab viele Menschen, die alleine gestorben sind, und viele Angehörige, die noch heute sehr darunter leiden, in den letzten Stunden nicht bei Ihren Liebesten gewesen zu sein. Das kann die Trauernden sehr lange beschäftigen und viel Leid bedeuten. Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie es wollen und brauchen. Trauerbegleiter*innen in Ihrer Nähe gibt es über die Homepage des Bundesverbands Trauerbegleitung oder über den nächsten Hospizverein in Ihrer Nähe.
    Mit herzlichen Grüßen,
    Monika Müller-Herrmann

  • #13

    Astrid (Dienstag, 21 Juni 2022 15:06)

    Liebe Frau Müller-Herrmann
    Im Januar starb mein Vater, nach schwerer Krankheit zu Hause. Wir waren ziemlich allein gelassen, weil er wegen der Coronabeschränkungen nicht mehr ins Krankenhaus wollte und wegen der Weihnachtsferien, keine Palliativversorgung zu bekommen war. Ich musste leider im Januar auch noch eine neue Stelle als Führungskraft antreten und habe dort mit mehreren Wochen Krankheit begonnen. Das war alles ein Kraftakt, weil ich auch schon davor etwas angeschossen war, weil ich aus dem vorherigen Job gemobbt wurde.
    Mein Mann hat mir dabei sehr viel Halt gegeben. Am 20.05.22 ist er plötzlich und unerwartet am plötzlichen Herztod gestorben. Bewusstlos vom Mountainbike gefallen und nie wieder aufgewacht. Ich konnte mich nicht verabschieden. Ich mache mir Vorwürfe, dass ich ihn mit einer verschleppten Erkältung nicht stärker zum Arztbesuch gedrängt habe. Es war wohl eine Herzmuskelentzündung und alles wäre vermeidbar gewesen. Wir hatten eine sehr intensive langjährige Beziehung und haben sehr viel gemeinsam unternommen und gesprochen.
    Eine Woche nach seinem Tod erhielt ich die Kündigung, da ich schon wieder krank war (Probezeit).
    Ich bin nun allein ohne Lebensziel und kann mich auch nicht mit einer Tagesstruktur ablenken. Es ist kaum auszuhalten und mich beschäftigt die Frage, wie lange ich durchhalten muss, bis irgendeine Veränderung eintreten wird.

  • #14

    Monika Müller-Herrmann (Dienstag, 21 Juni 2022 16:37)

    Liebe Astrid,
    mehrfache Trauererfahrungen in kurzer Zeit, der Tod des Vaters, der Tod des Ehemanns und der Verlust des Jobs, das zieht einem völlig den Boden unter den Füßen weg. Und das braucht eine professionelle Begleitung und viel Zeit. Haben Sie eine Psychotherapie vor Ort? Können Sie in einem Hospizverein in der Nähe eine Trauerbegleitung bekommen? Bitte holen Sie sich Hilfe. Ich begleite Sie auch gerne, wenn Sie hier in der Nähe leben, oder per Zoom. Es geht erst einmal ums Durchhalten und Überleben, da liegen Sie völlig richtig, einen Tag nach dem anderen überleben und ganz langsam wieder ins Leben zurückfinden.
    Mit herzlichen Grüßen,
    Monika Müller-Herrmann

  • #15

    Gabi (Freitag, 15 Juli 2022 23:41)

    Liebe Astrid, ich habe vor 5 Wochen meinen Bruder plötzlich verloren. Da ich vor knapp vier Jahren meine Mutter verloren habe, habe ich Kontakt zu einer Trauerbegleiterin. Doch das ist nicht der springende Punkt. Es gibt tatsächlich Menschen, die nicht akzeptieren,dass Trauer schmerzhaft ist. Sie schicken einen nach wenigen Wochen schon zum Therapeuten.

  • #16

    Gabi (Freitag, 15 Juli 2022 23:49)

    Ich habe mich mit der Anrede vertan.
    Es muss natürlich heißen
    Liebe Frau Müller-Herrmann






  • #17

    Mary (Montag, 19 September 2022 22:24)

    Liebe Frau Müller-Herrmann,
    ich habe vor 4 Wochen meine geliebte Mutter nach einer langen Krebserkrankung verloren. Sie wohnte in Schottland, ich wohne in Deutschland. Sie war unendlich tapfer und hat sich nie beschwert. Ich habe die letzten drei Jahre fast meinen ganzen Jahrwsurlaub für den Krankenbesuch verwendet (ich habe eine Vollzeitbeschäftigung), was ich gern getan habe. Meine eigene Familie ist zu kurz gekommen und ich habe ein schlechtes Gewissen. Ich bin übrigens gebürtige Schottin. Das Haus meiner Mutter musste verkauft werden und ich bin nach der Beerdigung immer noch wochenlang in Schottland in Etappen mit der Hausräumung beschäftigt. Tagsüber arbeite ich in HO, abends kümmere ich mich um das Haus, wo ich auch wohne, und auch an den Wochenenden. Der Abschied fällt mir sehr schwer. Wenn ich zur Ruhe komme, zerreißt es mich und ich empfinde wirklich großen Herzschmerz und habe Weinkrämpfe. Es ist immer noch ein Abschied auf Raten, ihre Seele ist überall im Haus, wo ich zur Zeit allein bin. Ich funktioniere nur noch und habe Angst, wenn alles vorbei ist, dass die wirkliche Trauerphase anfängt, wenn ich wieder nach Deutschland reise und weiter arbeite. Mein Arbeitgeber erwartet natürlich den vollen Einsatz. Ich glaube, dass eine Trauerbegleitung wichtig wäre, um nicht gleich in ein grosses Loch zu fallen.

  • #18

    Monika Müller-Herrmann (Dienstag, 20 September 2022 09:26)

    Liebe Mary,
    oft funktionieren wir ziemlich lange nach einem Trauerfall, bis Beerdigung und Nachlass geregelt sind. Ja, es kann sein, dass Sie auch danach noch einmal mehr Zeit für sich brauchen. Jeder vernünftige Hausarzt wird sie krankschreiben, wenn Sie das benötigen. Eine Trauerbegleitung kann sehr gut sein. Gerne begleite ich Sie, online oder hier in Frankfurt am Main. Auf der Homepage des Bundesverbands Trauerbegleitung finden Sie auch Trauerbegleiter*innen bei Ihnen in der Nähe. Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Abschied gut bewältigen und sich erlauben, sich Hilfe zu holen.
    Mit herzlichen Grüßen,
    Monika Müller-Herrmann

  • #19

    Mary (Donnerstag, 22 September 2022 23:37)

    Liebe Frau Müller-Herrmann,
    vielen Dank für Ihr Mitgefühl und Ihre Empfehlung. Ich schaue auf jeden Fall auf der Homepage des Bundesverbandes Trauerbegleitung nach. Es wird sicherlich gut tun, sich ein wenig Beihilfe bei heimischen Trauerbegleiter*innen zu holen. Ich war immer für andere da, und gern. Aber meine Seele ist zur Zeit gebrochen. Ich habe eine sehr gute Hausärztin, die mich, wenn es vonnöten wäre, krankschreiben würde. Meine Mutter liebte die Poesie, und als besondere Lebensaufgabe habe ich mir jetzt vorgenommen, ein Album zusammenzustellen, mit ihren Gedichten, ihren Lebensweisheiten, ihren gepressten Blumen und ein paar ausgesuchten Fotos. Damit die schönen Erinnerungen immer präsent bleiben. Ich hoffe somit, immer bei ihr zu sein.

  • #20

    Monika Müller-Herrmann (Freitag, 23 September 2022 08:59)

    Liebe Mary,
    machen Sie ruhig Gebrauch davon, sich krank schreiben zu lassen. Auch wenn Trauer etwas ganz natürliches ist, kann jemand davon arbeitsunfähig sein. Und das steht ja auch auf der Krankmeldung: Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Ihr Plan, ein Album mit den Gedichten, Fotos, Blumen zusammenzustellen, klingt für mich sehr liebevoll. So können Sie vieles von Ihrer Mutter bewahren und würdigen. Die geliebten Menschen, die vor uns sterben, leben in uns in der Erinnerung weiter.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute, herzliche Grüße,
    Monika Müller-Herrmann