Bild von Monika Müller-Herrmann von 2003
2016 bis 2026 - 10 Dinge, auf die ich in 10 Jahren stolz bin!
Ich beziehe mich in diesem Blogartikel auf 2 Dinge: Auf den Weltfrauentag am 8. März. Und auf die #10yearchallenge, bei der man auf Social Media Fotos von sich vor 10 Jahren zeigt und dazu schreibt, wie das eigene Leben damals aussah und was sich seitdem verändert hat.
In den letzten 10 Jahren habe ich eine sichere Leitungsstelle in einem großen Verein gekündigt und mich selbständig gemacht. Wer mag, kann gerne mitmachen und diesen Blogartikel ebenfalls schreiben! Was sind Deine 10 Veränderungen in den letzten 10 Jahren, auf die Du stolz bist!?
1. Ich war 2016 seit 14 Jahren Koordinatorin der Hospizgruppe im Bürgerinstitut.
Ich habe die Hospizgruppe im Wesentlichen mit aufgebaut und war 2016 Abteilungsleitung des Arbeitsbereichs Lebensbegleitung bis zum Tode. Ich habe 20 Hospizbegleitungskurse gegeben, 10 Koordinator:innenkurse, war 14 Jahre lang im Hessischen Sozialministerium in einem Gremium aktiv und habe 14 Jahre lang den Arbeitskreis Hospiz Rhein-Main geleitet. Am Ende hatte ich mich zu zweit in einem 10 qm Büro wiedergefunden, hatte vier Mitarbeiterinnen (Teilzeit, Hauptberuflich) und 40 Ehrenamtliche. Ich machte viele Überstunden und hatte drei Fortbildungen gemacht: Trauerbegleitung (BVT), Palliative Care für Pflegende und Psychoonkologie (WPO). Es gab für mich innerhalb des Bürgerinstituts e.V. keinerlei weitere Entwicklungsmöglichkeiten.
2. Ich habe mich vier Jahre im Betriebsrat organisiert
...und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Bürgerinstituts e.V. gegen die Geschäftsführung vertreten.
Ich war frauenbewegt, links, radikal, hatte einen regelmäßigen heißen Draht zu Andreas von Verd:i und konnte dennoch sehr wenig erreichen, außer das nach und nach ein Mitarbeiter nach dem anderen gekündigt wurde oder von selbst kündigte.
3. Heute kenne ich meinen Wert!
2017 habe ich gekündig und mich selbständig gemacht. Als ich mich selbständig gemacht habe, habe ich mit einem Stundensatz von 60 € angefangen. 2020 war ich bei ca. 95 € pro Stunde. 2026 hingegen nehme ich je nach Kund:in 120 bis 150 Euro die Stunde.
4. Ich habe ein Familien-Business!
2017 war ich ein Freelancer, die alles alleine gemacht hat: Steuern, Website, Content, Marketing - und natürlich auch alle Kundenprojekte! Dann hat mich mehr und mehr mein Mann unterstützt in vielen steuerlichen, technischen und buchhalterlichen Fragen. Da er das heute nicht mehr kann, unterstützt mich mein Neffe in der EDV, meine supernette Steuerberaterin in der Buchhaltung und Steuererklärung, und ich habe schon 10 Praktikant:innen gehabt, die mich in der Seminardurchführung unterstützt haben.
5. Ich verkaufe Wissen, statt Zeit!
2016 habe ich noch Stundensätze abgerechnet. Fahrzeiten habe ich damals nicht berechnet. Es war ein ständiges Jonglieren. Im Jahr 2026 berechne ich Fahrtzeiten, Übernachtungspauschalen und Vorbereitungszeiten viel realistischer.
Ich habe mir in den letzten vier Jahren ein Onlinebusiness aufgebaut und damit passives Einkommen erwirtschaftet. Ich schreibe Bücher und verkaufe sie, und ich verkaufe Onlinekurse.
6. Ich habe meinen Blog wiederbelebt - und damit mein ganzes Leben!
In meiner Gründungsphase 2017 bis 2020 habe ich fast jede Woche gebloggt. Dann schlief das etwas ein. Dank Judith Peters und Ihrer Bloggergemeinschaft verwende ich viele neue Blogideen und habe wieder viel mehr Lust zu schreiben. Schreibe mehr Newsletter und mehr Blogartikel.
7. Ich schreibe ein neues Buch!
Nachdem ich 2017 das Buch „Aufbau und Leitung eines Trauercafés“ veröffentlicht habe und 2018 die Broschüre „Trauer und Trauerbegleitung“, schreibe ich aktuell an einem Buch über Demenz. Das erste Jahr mit der Demenzerkrankung meines Mannes ist darin kombiniert mit Tipps und Tricks für das Überleben als Angehörige von Menschen mit Demenz.
8. Ich habe 2023 eine Community gegründet, die ich mir 2016 selbst gewünscht hätte!
Ich habe die Trauer Online Akademie gegründet, die sich jetzt in den Trauer Online Coaching Raum wandelt. Trauerfortbildung und vor allem Gründungsberatung für Trauerbegleitende online, das hätte ich 2016 gebraucht. Ich habe zwei Gründungsberaterinnen ausprobiert und beide waren auf ihre Art gut, aber keine war vom Fach. Keine wusste, was es bedeutete, von einer Angestellten eines sozialen Vereins zu einer Unternehmerin im gleichen Fach, in der gleichen Stadt zu werden.
9. Ich rede und schreibe heute über Themen, die für mich in 2016 undenkbar gewesen wären!
Ich rede und schreibe heute über Marketing, Social Media, Gründung, Frau Sein und Unternehmerin sein, Herzensbusiness und Onlinebusiness.
Ich schreibe pro Woche zwei, drei Newsletter. Ich weiß, was Emailmarketing ist und wie frau ein Freebie aufsetzt und gestaltet. Ich schreibe über 8 Jahren Selbständigkeit.
Ich schreibe, dass ich mir Sorgen um den Nachwuchs in der Trauerbegleitung mache. Ja, und ich darf das sagen, gerade weil ich 60 Jahre alt bin!
Ich schreibe offen über die Demenzerkrankung meines Mannes, und was das für mein Leben verändert hat und jetzt noch verändert. Ich schreibe offen über meine Trauerprozesse, auch wenn es mich einige Aufträge gekostet hat.
Ich schreibe über die Höhen und Tiefen des selbständigen Unternehmer:innenseins und dass Teilzeit Unternehmer:in nicht per se besser oder schlechter als Vollzeit Unternehmer:in ist.
10. Ich setze Grenzen!
Wenn eine Kundin mit mir einfach essen gehen möchte, und während des Essens kostenlos 1,5 Stunden Coaching von mir haben möchte, lehne ich das ab. Wenn eine Teilnehmerin meines Gründungsworkshops mir unterstellt, ich sei eine erfolglose Gründerin, weil ich „nur Teilzeitunternehmerin“ bin, grenze ich mich ab. Wenn eine Organisation anfragt für einen Stundenlohn unter 100 Euro netto, lehne ich ab.
Fazit: 10 Jahre Veränderung - darauf bin ich stolz!
Ich kenne meinen Wert, ich bin positioniert, ich bin unbequem, links, frauenbewegt, kritisch, ja, ich gendere, ich koche immer noch leidenschaftlich gerne und gebe weiterhin pro Kurs einen Platz ermäßigt für eine jüngere neue Nachwuchskraft frei.
Und wenn ich in die Zukunft schaue…
Ich will in diesem Jahr mein Buch über die Demenzerkrankung meines Mannes fertigstellen, mutiger und offener über Demenz sprechen, aber auch über Spiritualität und mein eigenes Altern. Und ich will meinen eigenen Onlinekongress starten.
Was ist eine Sache, die du in den nächsten 12 Monaten ändern willst? Welche großen Business- bzw. Life-Umkrempeling-Projekte stehen bei dir an? Vielleicht willst Du selbst gerne gründen, sichtbarer werden, Marketing und Positionierung verbessern? Dann bin ich mit dem Trauer Online Coaching Raum gerne für Dich da! Für drei Monate kannst Du Dir volle Unterstützung als Trauerbegleitende holen für Dein Marketing, Deine Gründung, Deine Sichtbarkeit und Deine Positionierung.
Hier findest Du meine Trauer Online Coaching Raum!
Auf die nächsten 10 Jahre,
Monika Müller-Herrmann

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Werner Gutheil (Freitag, 06 März 2026 22:15)
Liebe Monika, genau in Deinen Anfängen in der Hospizarbeit haben sich unsere Wege gefunden. Ich in Hanau, Du in Frankfurt und ich war an Deinem runden Tisch dabei. Danke dafür. Mit Deiner Selbstständigkeit habe sich durch Christian die Wege wiedergefunden. Auch da Danke dafür. Wenn ich lese, was Du alles geleistet und welche Selbstwertgefühl und was Du Dir wert bist, erkenne ich mich sehr darin wieder, denn Weiterbildungen und Fortbildungen sind mir genauso wichtig, wie Dir. Nur merke ich, dass ich auf den falschen Arbeitgeber gesetzt habe, nicht nur hinsichtlich des Stundensatzes, sondern mehr im persönlichen Wert, denn ich bin der erste Bundesweite Trauerseelsorger und zugleich der Letzte. Nach mir wird es keinen mehr geben, mein Wissen und Kompetenz ist nicht gefragt, Dateien der Aufbauarbeit sind vernichtet. Deshalb verbindet uns das Bücherschreiben. Was die Nachfolge betrifft sollten wir mal telefonieren, denn ich habe eine Idee für Dich. Bitte melde Dich 01796902991. Gruß Werner
Monika Müller Hermann (Samstag, 07 März 2026 15:19)
Danke, Werner, für Deine Rückmeldung, für das Angebot. Ich melde mich.