Über 45 Fun Facts und Sad Facts rund um das Thema Trauerbegleitung
1. Historischer Fun Fact: Der Begriff „Trauerbegleitung“ (sowie die ersten professionellen Ausbildungen) etablierte sich im deutschsprachigen Raum erst ab Ende der 1980er Jahre. Er entstand im Zuge der wachsenden Hospiz- und Palliativbewegung als Weiterentwicklung des von Sigmund Freud geprägten Begriffs der „Trauerarbeit“.
2. Fun Fact: Den Bundesverband Trauerbegleitung e.V. gibt es erst seit 2000. Die Verbandsgründung resultiert aus der langjährigen Kooperation der mehr als dreißig Gründungsmitglieder, die bereits seit 2002 in regelmäßigen Fachkonferenzen als „Bundesarbeitsgemeinschaft Qualifizierung zur Trauerbegleitung“ (BAG) ihre Arbeit in der Befähigung von Trauerbegleitern gegenseitig begutachtet und gemeinsam weiterentwickelt haben. Auf deren 2008 verabschiedete und veröffentlichte Qualitätsstandards, z. B. für eine „Basisqualifizierung“ zur Unterstützung trauernder Menschen, beziehen sich heute landesweit auch Nichtmitglieder und Bildungsträger in ihren Lehrplänen.
3. Sad Fact: Der Bundesverband Trauerbegleitung e.V. leidet wie viele Vereine unter starker Überalterung. Von ca. 700 Mitgliedern sind 80% zwischen 50 und 70, nur 20 % zwischen 50 und 30 Jahren alt! Wir brauchen dringend Nachwuchs! Daher biete ich pro Kurs ein oder zwei Plätze für junge Menschen deutlich ermäßigt an.
4. Fun Fact: Der Begriff Trauerbegleiter/Trauerbegleiterin ist bis heute nicht gesetzlich geschützt.
5. Fun Fact: Welche Qualifizierungen gibt es? Es existieren mehrere Qualifizierungen nebeneinander, der heute Grundlagenkurs Trauerbegleitung mit 80 Unterrichtsstunden und die sogenannte große Basisqualifikation mit ca. 240 Unterrichtsstunden. Diese Qualifizierungen werden vom BVT oder vom DHPV parallel zertifiziert.
6. Fun Fact: Während es die Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerbegleitung als Netzwerk der Qualifizierenden für die große Basisqualifikation schon seit 2002 gibt, gibt es das Netzwerk der Grundlagenkursanbieterinnen erst seit diesem Jahr, seit Februar 2026.
7. Fun Fact: Es gibt im Bundesverband Trauerbegleitung ca. 60 zertifizierte Anbieterinnen der großen Basisqualifikation und erst 30 zertifizierte Anbieterinnen des Grundlagenkurses Trauerbegleitung.
8. Sad Fact: Wie viele trauernde Menschen gibt es in Deutschland? In Deutschland sterben jährlich etwa eine Million Menschen. Da jeder Todesfall im Schnitt das soziale Umfeld von mindestens drei bis fünf Personen betrifft (Familie, Freunde, Kollegen), gibt es hierzulande jedes Jahr etwa 3 bis 5 Millionen Menschen, die akut um einen nahestehenden Menschen trauern. Schätzungen gehen von mehreren Millionen Trauernden aus, da sich Trauer über verschiedene Phasen und Jahre erstrecken kann. (Quelle: DGP)
9. Sad Fact: Wie viele Trauernde brauchen eine Trauerbegleitung? Der Großteil der Hinterbliebenen (etwa 60 %) bewältigt den Verlust innerhalb des eigenen sozialen Netzwerks ohne externe Hilfe. Rund 40 % benötigen gegebenenfalls professionelle Unterstützung in Form von Trauerberatung, um den Verlust zu verarbeiten. Rund 10 bis 20% brauchen im engeren Falle psychotherapeutische Begleitung.
10. Fun Fact: Viele Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter arbeiten in Teilzeit.
11. Fun Fact: Neben meiner Freiberuflichkeit als Trauerbegleiterin, Dozentin und Qualifizierende habe ich im Laufe der letzten 10 Jahre viele, viele Nebentätigkeiten gemacht: Seniorenbetreuerin, Geschäftsführerin eines Hospizvereins, kommissarische Leitung eines stationären Hospizes, Notfallpsychologin in einem Großkrankenhaus, Psychoonkologin in einer Palliativstation, pflegende Angehörige, Dozentin an einer Altenpflegeschule.
12. Sad Fact: Die Trauerbegleitung ist weiblich. Es gibt, auch in meinen Kursen, viel zu wenige männliche Trauerbegleiter. Im März 2025 hat sich daher neu der Bundesverband Männertrauer gegründet.
13. Sad Fact: Die populärsten Trauermodelle sind immer noch die Phasenmodelle von Elisabeth Kübler-Ross und Verena Kast. Ja, sie sind die Pioniermodelle aus den 60er Jahren, sie haben historischen Wert, aber die moderne Trauerforschung steht heute ganz woanders.
14. Fun Fact: Wie viele Trauermodelle unterrichte ich in meinem Grundlagenkurs? 12 verschiedene Trauermodelle werden in meinem Kurs unterrichtet.
15. Fun Fact: Die prominesten Autorinnen im Fach Feld sind weiblich: Chris Paul, Mechthild Schröter-Rupieper, meine Namensvetterin Monika Müller, Verena Kast, Elisabeth Kübler-Ross, Ruthmarjike Smeding, um nur einige von Ihnen zu nennen.
16. Fun Fact: Die Qualifikationen müssen immer noch zu 80 % in Präsenz durchgeführt werden und dürfen nur zu 20 % Online durchgeführt werden, um vom Bundesverband Trauerbegleitung anerkannt zu werden.
17. Fun Fact: Obwohl lange diskutiert, ist das ICD-11 mit der neuen Prolongierten Trauerstörung immer noch nicht offiziell in Deutschland eingeführt.
18. Sad Fact: Viele Hausärzte verschreiben frisch Trauernden in den ersten zwei Wochen oft freizügig Tranquilizer (z. B. Lexotanil) – diese machen aber schnell abhängig und werden meist nach 2–3 Wochen wieder abgesetzt.
19. Fact: Antidepressiva brauchen 2 bis 4 Wochen, bis sie wirken, lindern zwar Appetitlosigkeit, Antriebsarmut und Schlafstörungen, lösen aber den eigentlichen Trauerschmerz nicht auf.
20. Sad Fact: Es existiert eine unausgesprochene Hierarchie unter Trauernden – Trauer um ein Kind gilt gesellschaftlich als besonders belastend, Trauer um die eigenen Eltern dagegen oft als "weniger schlimm". Das wird mit dem biologischen Ansatz der Trauer (hoher Genverlust) und mit der umgekehrten natürlichen Sterbereihenfolge begründet.
21. Sad Fact: Aus dieser unausgesprochenen Hierarchie der Trauernden untereinander entwickelt sich in Trauergruppen manchmal der sogenannte „Märtyrer Wettstreit“, wessen Trauer die schlimmste ist. Daher muss die Gruppenleitung hier entschieden intervenieren, wenn solche Vergleiche aufkommen. Manche Trauergruppenanbieterinnen versuchen das zu entschärfen, indem sie die Gruppen nach Traueranlässen vorsortieren.
22. Sad Fact: Als hartnäckiger Trauermythos hält sich die Vorstellung, dass jeder Verlust biographisch für etwas gut sein sollte.
23. Sad Fact: Eine Trauerberatung kostet als Einzelsitzung 45 bis 100 Euro, als Gruppenberatung 10 bis 30 Euro – und wird von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen, nicht einmal als Präventionskurs (anders als z. B. Yoga oder Rückenschule).
Kapitel 2: Meine eigenen Fakten zur Trauerbegleitung
24. Fun Fact: Auf die Prüfung meines letzten Curriculums musste ich fast ein halbes Jahr lang warten.
25. Fun Fact: Meine Trauergruppen und meine Qualifikationen habe ich während der Coronakrise sowohl als Telkos, wie per Zoom, wie mit Testung und Masken in Präsenz angeboten.
26. Fun Fact: Eine Telefonkonferenz-Trauergruppe funktionierte bei mir mit einem "virtuellen Stein", der symbolisch von Teilnehmer:in zu Teilnehmer:in im Telefongespräch "weitergereicht" wurde, um Gesprächsrunden zu strukturieren.
27. Fun Fact: 2020 kursierte unter Frankfurter Therapeuten und Therapeutinnen eine Liste mit über 100 wundervollen Dingen, die Du alleine machen kannst, um Trauernde und Klienten während der Kontaktbeschränkungen zu unterstützen. Sie war von Frankfurter Therapeuten und Therapeutinnen spontan entwickelt worden und enthielt außer dem obligatorischen Garten neu bepflanzen, spazieren gehen und Bananenbrot backen viel Lokalkolorit wie grüne Sauce machen oder Handkäs‘ mit Musik machen. Ich nutze die Liste heute noch in meinen Trauergruppen.
28. Fun Fact: Ich biete seit 2018 zwei bis dreimal im Jahr den Grundlagenkurs in Trauerbegleitung an. In der Zeit habe ich 18 Kurse gegeben und dreimal das Curriculum überarbeitet. Der Kurs hieß erst Kleine Basisqualifikation in Trauerbegleitung, dann Qualifikation für die Trauerbegleitung im Ehrenamt, jetzt Grundlagenkurs Trauerbegleitung.
29. Fun Fact: 2020 habe ich mehrmals per Zoom einen Kurs für andere Trauerbegleiter:innen und Hospizkoordinator:innen angeboten, wie man online per Zoom berät und/oder Qualifizierungskurse gibt.
30. Fun Fact: Ich habe für die Letzte Hilfe Kurse Online im Handbuch für die Kursleiter:innen einen Artikel geschrieben, wie man mit weinenden Teilnehmer:innen online sehr gut umgehen kann.
31. Fun Fact: In keinem Märchen der Welt weint sich jemand zu Tode – aber in vielen Märchen werden Tränen zu kostbaren Perlen
32. Fun Fact: Seit März 2023 habe ich mir ein Onlinebusiness aufgebaut, in dem mein gesamter Grundlagenkurs Trauerbegleitung und alles an Gründungscoaching und Marketingwissen auf einer interaktiven Lernplattform hinterlegt ist. Jede Fehlstunde in meinem Grundlagenkurs kann dort nachgearbeitet werden.
33. Fun Fact: Seit 2023 coache ich Trauerbegleitende, die sich selbständig machen wollen.
34. Fun Fact: Der mit Abstand meistgeklickte und meistkommentierte Blogartikel meiner Seite ist der über die Traumdeutung von Träumen der Trauernden von ihren Verstorbenen.
35. Fact: Ich habe vier Semester Theologie studiert und rede in meinen Begleitungen manchmal offen über Gott.
36. Fun Fact: In 14 Jahren als Hospizkoordinatorin habe ich 20 Hospizbegleitungskurse und 10 Koordinator:innenkurse gegeben.
37. Sad Fact: Mein offener Umgang damit, dass mein Mann an Demenz erkrankt war und ich pflegende Angehörige war, hat mich viele Aufträge gekostet.
38. Fun Fact: Ich war über 20 mal mit einem Infostand auf dem Tag des Friedhofs auf dem Frankfurter Hauptfriedhof.
Thema 3: Tod und Bestattung
39. Sad Fact: Nach einem Sterbefall dauert es oft 2 bis 4 Stunden, bis ein Arzt kommt, um den Tod festzustellen– ein Sterbefall gilt rechtlich nicht mehr als Notfall.
40. Fun/Sad Fact: In Frankfurt darf ein Verstorbener nur 36 Stunden zu Hause aufgebahrt bleiben.
41. Sad Fact: Eine Erdbestattung kostet an Grundkosten zwischen 2.000 und 10.000 Euro, ein Grabstein darf oft erst ein halbes Jahr später gesetzt werden.
42. Sad Fact: Bei Feuerbestattungen in Frankfurt wird nur bestattet, wenn alles im Voraus bezahlt ist – zwischen Tod und Bestattung können so bis zu 12 Wochen liegen.
43. Fun Fact: Eine Seebestattung ist in Deutschland nur auf offener See (Nordsee/Ostsee) erlaubt – außer in Rheinland-Pfalz, da geht es auch im Rhein, Main oder Mosel!
44. Fact: Ruhefristen auf Friedhöfen betragen je nach Boden 20 bis 30 Jahre.
45. Fun Fact: Friedwald.de listet aktuell 61 Standorte in Deutschland; ein Baumplatz kostet zwischen 490 und 6.500 Euro.
46. Sad Fact: Eine Urne mit nach Hause zu nehmen oder Asche im eigenen Garten zu verstreuen, ist in Deutschland verboten (anders in der Schweiz oder in Holland) bis auf Rheinland-Pfalz.
47. Sad Fact: Laut einer Umfrage der Evangelischen Kirche im Rahmen der Fastenzeit Aktion „7 Wochen ohne" in 2007 gaben 30 % der Befragten an, das Kondolieren sei der Akt, vor dem sie am meisten zurückschrecken.
48. Fun Fact: Über 60 % bevorzugen die Formulierung „Herzliche Anteilnahme" gegenüber „Herzliches Beileid".
Welcher Fun Fact oder Sad Fact fehlt Deiner Meinung nach? Schreibe es in die Kommentare!
P.S. Die Termine für meine Trauerbegleitung Grundkurse findest Du hier! Im Herbstkurs 2026 sind aktuell noch 4 Plätze frei!Die Termine für 2027 gibt es schon!
Schreibe mir an [email protected] und ich sende Dir die ausführlichen Anmeldeunterlagen zu!

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